Jörgenstein, Bochum
Nein, er ist nicht dem Schweinehirten Jörgen gewidmet. Die Inschrift ist da ganz eindeutig: Zur Erinnerung an den Bochumer Heimatschriftsteller Georg Breuker. Punktum. In einem zweiten Satz wird noch verdeutlicht, warum Georg Breuker diese Ehrung zuteil wird: Er beschrieb in seiner Romanfigur "Jörgen der Bergmann" die Arbeitswelt der Menschen an der Ruhr. Und die Menschen an der Ruhr waren zu Breukers Zeiten Bergleute, Stahlarbeiter, auch Eisenbahner und Schiffer. Ja selbst bedeutende Schriftsteller haben wir im Bochumer Raum etliche, aber nur einen Hirten als Denkmal an der Bongardstraße nahe der Probsteikirche.
So, das mußte mal gesagt werden. Liest man ja überall das Märchen vom Schweinehirten, der die Kohle entdeckt haben soll, einschließlich in der von der Stadt herausgegebenen Schriftreihe „blaue Linie. Wir im Ruhrgebiet sind harte Malocher. Nichts gegen Sagen, aber ein Denkmal für eine Sagenfigur - nee.
Der Jörgenstein steht im Weitmarer Holz wie jeder weiß. Aber bewußt gesehen haben ihn wahrscheinlich nicht allzuviele. Er steht etwa 10 Meter abseits des Weges, laut Wikipedia auf einer kleinen Waldwiese. Also von einer Wiese ist nicht mehr viel zu sehen, sieht man mal von dem Spielplatz in einiger Entfernung ab. Der Stein fällt kaum auf im Schatten der Bäume, obwohl er ja groß genug ist. Wer nicht suchen möchte, das sind seine Koordinaten fürs Navi: (51.433717° 7.199333°)
Also, ich liebe das Weitmarer Holz. Beim Spaziergang mit meiner Frau oder Freitags Nachmittag beim Joggen. Und besonders liebe ich es wenn im Herbst die Blätter fallen, wenn es nach feuchtem Laub riecht, wenn die Dämmerung heraufzieht, die meisten Spaziergänger schon zu Hause sind. Wenn man den Streß des Berufsalltages für ein Wochenende zurückstellen kann und der Puls der Großstadt nur noch von Ferne zu spüren ist. Dann sehe ich zu das ich auch am Jörgenstein vorbeikomme. Hier mache ich gern ein paar Minuten Pause – das Weitmarer Holz ist schwierig zu laufen, das kann ich Euch sagen. Dann denke ich an die Werke von Breuker. Er hat die hiesigen Namen und Bezeichnungen geschickt in seinen Romanen verwendet. Wenn man es als Bochumer liest meint man es wäre gerade in der Nachbarschaft passiert. Und die anderen Schriftsteller fallen mir ein: Heinrich Kämpchen und Otto Wohlgemuth. Alle drei sind als Arbeiterdichter bekannt geworden. Sicher, Arbeiterdichtung gab es schon lange vor ihnen, aber sie gehören zu den ersten Dichtern, die selbst dem Arbeitermilieu entstammen. Das macht ihre Werke authentisch.
Und wenn ich da noch neben den Jörgenstein stehe und die Gedanken einfach so kommen lasse bekomme ich oftmals wieder Lust zu lesen. Ehrlich, seit meiner Schulzeit habe ich jahrelang keine Gedichte mehr gelesen. Aber in letzter Zeit lese ich wieder in dem Gedichtband „Was die Ruhr mir sang“ von Heinrich Kämpchen. Und wenn es dann mal abends draußen nass und ungemütlich ist – soll ja im Herbst öfter vorkommen – setzte ich mich zuhause in meine Lieblingsecke, schütte mir ein Glas Wein ein, hole mir ein Buch und lese und bin glücklich.
PS: Die Romane von Georg Breuker werden nicht mehr verlegt, sie sind nur noch antiquarisch zu bekommen. Die bekanntesten sind: „Jörgen der Bergmann“, „Der kleine Robinson“ (das selbe Thema wie „Jörgen …“, aber für junge Leser aufbereitet), „Schulte am Berge“, „Brinkmanns Hof“ Weniger
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So, das mußte mal gesagt werden. Liest man ja überall das Märchen vom Schweinehirten, der die Kohle entdeckt haben soll, einschließlich in der von der Stadt herausgegebenen Schriftreihe „blaue Linie. Wir im Ruhrgebiet sind harte Malocher. Nichts gegen Sagen, aber ein Denkmal für eine Sagenfigur - nee.
Der Jörgenstein steht im Weitmarer Holz wie jeder weiß. Aber bewußt gesehen haben ihn wahrscheinlich nicht allzuviele. Er steht etwa 10 Meter abseits des Weges, laut Wikipedia auf einer kleinen Waldwiese. Also von einer Wiese ist nicht mehr viel zu sehen, sieht man mal von dem Spielplatz in einiger Entfernung ab. Der Stein fällt kaum auf im Schatten der Bäume, obwohl er ja groß genug ist. Wer nicht suchen möchte, das sind seine Koordinaten fürs Navi: (51.433717° 7.199333°)
Also, ich liebe das Weitmarer Holz. Beim Spaziergang mit meiner Frau oder Freitags Nachmittag beim Joggen. Und besonders liebe ich es wenn im Herbst die Blätter fallen, wenn es nach feuchtem Laub riecht, wenn die Dämmerung heraufzieht, die meisten Spaziergänger schon zu Hause sind. Wenn man den Streß des Berufsalltages für ein Wochenende zurückstellen kann und der Puls der Großstadt nur noch von Ferne zu spüren ist. Dann sehe ich zu das ich auch am Jörgenstein vorbeikomme. Hier mache ich gern ein paar Minuten Pause – das Weitmarer Holz ist schwierig zu laufen, das kann ich Euch sagen. Dann denke ich an die Werke von Breuker. Er hat die hiesigen Namen und Bezeichnungen geschickt in seinen Romanen verwendet. Wenn man es als Bochumer liest meint man es wäre gerade in der Nachbarschaft passiert. Und die anderen Schriftsteller fallen mir ein: Heinrich Kämpchen und Otto Wohlgemuth. Alle drei sind als Arbeiterdichter bekannt geworden. Sicher, Arbeiterdichtung gab es schon lange vor ihnen, aber sie gehören zu den ersten Dichtern, die selbst dem Arbeitermilieu entstammen. Das macht ihre Werke authentisch.
Und wenn ich da noch neben den Jörgenstein stehe und die Gedanken einfach so kommen lasse bekomme ich oftmals wieder Lust zu lesen. Ehrlich, seit meiner Schulzeit habe ich jahrelang keine Gedichte mehr gelesen. Aber in letzter Zeit lese ich wieder in dem Gedichtband „Was die Ruhr mir sang“ von Heinrich Kämpchen. Und wenn es dann mal abends draußen nass und ungemütlich ist – soll ja im Herbst öfter vorkommen – setzte ich mich zuhause in meine Lieblingsecke, schütte mir ein Glas Wein ein, hole mir ein Buch und lese und bin glücklich.
PS: Die Romane von Georg Breuker werden nicht mehr verlegt, sie sind nur noch antiquarisch zu bekommen. Die bekanntesten sind: „Jörgen der Bergmann“, „Der kleine Robinson“ (das selbe Thema wie „Jörgen …“, aber für junge Leser aufbereitet), „Schulte am Berge“, „Brinkmanns Hof“ Weniger
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Jörgenstein, null, Bochum
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